Erneut konnte der "kleine Verein" ganz groß bei den Norddeutschen Leichtathletikmeisterschaften der Altersklasse U 18 auftrumpfen. Der TUS Komet Arsten war der diesjährige Ausrichter des erwähnten Wettkampfes, der wieder einmal zahlreiche Leichtathletikhochburgen (LAV Rostock, SCC Berlin, LG Nord Berlin Frankfurt/ Oder, SC Potsdam) an die Weser zog. Mit insgesamt vier Starts in vier verschiedenen Disziplinen konnten die Bremervörder Leichtathletinnen erneut mit vier Medaillen in die heimischen Gefilden zurückkehren und somit den "Großvereinen" Paroli bieten.
Den Auftakt machte Lahja Diekmann am Samstagnachmittag in ihrer Paradediszplin Dreisprung. Nach einem doch eher suboptimalen Verlauf bei den Landesmeisterschaften in Lingen präsentierte sich Lahja in einer deutlich besseren Form und zeigte nach drei Versuchen, dass sie gewillt war, im Endkampf der besten acht Springerinnen mitzumischen. Wenige Zentimeter trennten die führenden Dreispringerinnen voneinander. Im letzten Versuch schien alles zu passen und Lahja sprang mit einer neuen Bestweite von 11,58 Metern verdient auf den zweiten Platz und holte sich die Silbermedaille.
Am frühen Abend ging Mittelstrecklerin Rieke Wittich über die 3000 Meter-Distanz an den Start. Immer noch sehr warme Temperaturen und ein Teilnehmerfeld mit sehr schnellen gemeldeten Zeiten sorgten für eine gewisse Nervösität. Strikt nach dem Zeitenplan ihres Trainer absolvierte Rieke die ersten 6 Stadionrunden bravourös und mischte im vorderen Lauffeld mit. Eine langezogene Temposteigerung und eine perfekte Krafteinteilung sorgten für eine deutliche Verbesserung ihrer Bestzeit (10:30,79 Minuten) und belohnten sie am Ende mit der Silbermedaille und dem Vizemeistertitel. Wie immer kümmerten sich nach dem Zieleinlauf ihre Teamkolleginnen besorgt und auch feiernd gleichzeitig um die völlig ausgepumte junge Läuferin des TSV Bremervörde, die minutenlang nicht in der Lage war, sich wieder auf die Beine zu begeben.
Am frühen Sonntagmorgen stand für Stine Wittich der Kugelstoß auf dem Wettkampfprogramm. Gleich in den ersten Versuchen zeigte sie der Konkurrenz deutlich, wer das Sagen im Kugelstoßring hat. Auch wenn sie mit ihrer Weite von 12,69 Metern deutlich unter ihrer Bestleistung blieb, so konnte sie aber mit mehr als einem halben Meter Vorsprung freudestrahlend die Goldmedaille und den Norddeutschen Meistetitel für sich verbuchen.
Ihre Schwester Rieke Wittich startete einen Tag nach den fulminanten Erfolg in neuer Bestzeit über 3000 Meter am Sonntagnachmittag über die Distanz von 1500 Meter. Ein ebenso hartes Rennen stand Rieke bevor, zumal sie es erneut mit sehr schnell gemeldeten Läuferinnen zu tun hatte und ihr sicherlich noch der Lauf am Vortag in den Beinen steckte. Doch auch hier dominierten wieder einmal ihr Kampfeswille und ihre Selbsthärte, was ihr am Ende mit nur zwei Zehntel Sekunden Rückstand auf die Zweitplatzierte die Bronzemedaille im 1500 Meter- Lauf einbrachte (4:53,45 Minuten) Wie schon am Tag davor mischten sich Schmerz- und Freudentränen im Zieleinlauf gleichzeitig, wo schon Lahja und Stine die völlig erschöpfte Teamkollegin in ihre Arme schlossen.
Hochzufrieden setzten sich die Bremervörder Leichtathletinnen samt Trainer Marcus Bieck am frühen Abend in Richtung Ostestadt in Bewegung und feierten noch im Mannschaftsbus die Wettkampferfolge des Wochenendes.
Nun geht es endlich für die Athletinnen und auch für den Trainer, der seine erste Urlaubswoche der Vorbereitung und der Betreuung der Meisterschaften gewidmet hat, in die verdiente und weitesgehend trainingsfreie Sommerpause.













