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Total verrückte Lauf-Challenge der Bremervörder Handballer – Verbandsligaspieler nutzen Corona-Zwangspause auf ihre Weise

BREMERVÖRDE. Corona macht erfinderisch. Das gilt jedenfalls für die Handballer des TSV Bremervörde. Weil sie seit dem 2. November weder trainieren noch spielen können, aber dennoch Sport treiben wollen, haben sie kurzerhand eine Lauf-Challenge angeleiert. Eine ziemlich verrückte, wie sich im Laufe der vergangenen Wochen zeigen sollte. Die Idee kam von Trainer Adnan Salkic, der von der Dynamik regelrecht überwältigt war.

Die Sporthallen sind zu, der Spielbetrieb bis Ende des Jahres ausgesetzt, und sehen dürfen sie sich aktuell im „Lockdown light“ nicht. Wie hunderttausende Sportler im Lande bremst SarsCov2 auch die Verbandsligahandballer des TSV Bremervörde zum zweiten Mal in diesem Jahr aus. Doch die Grün-Roten sind für ihren Kampfgeist bekannt und wollen sich trotzdem fit halten, wenn auch ohne Ball. Um im Wettkampfmodus zu bleiben, hatte Trainer Adnan Salkic die Idee einer Laufchallenge. „Alt gegen Jung“ sollte eine Woche lang gegeneinander laufen, die Kilometerzahl nicht festgelegt. Der Preis: Der Verlierer lädt den Gewinner nach Ende des Lockdowns auf einen Döner ein. Über die Lauf-App „runstastic“ wurde jeder einzelne Lauf festgehalten und dokumentiert. Mogeln war somit nicht drin. Und der Clou bei dieser Challenge: Die Teams wussten nicht, bei welchem Kilometerstand die andere Gruppe gerade war. Die vom Coach bestimmten Kapitäne hatten die Aufgaben, ihr Team zu motivieren. 300 Kilometer pro Gruppe – diese Größenordnung hatte sich Salkic erhofft. Und beim Start am 1. November sah es auch danach aus. „Es ging am Sonntag und Montag schleppend los. Was da dann im Laufe der Woche aber passiert ist, ist wirklich unglaublich. Das hätte ich im Traum nicht gedacht“, freut sich Salkic. Irgendwie sickerte dann durch, dass ein Spieler 16 Kilometer gelaufen war. Von da an gab es kein Halten mehr. 

Die Laufleistungen steigerten sich in den folgenden Tagen auf 20, 25 bis bin zum Topergebnis von 33 Kilometern, die Lars von Kamp auf die Straßen und Wege rundum seinen Wohnort Minstedt hinlegte. „Die Jungs sind früh morgens vor der Arbeit, spät abends nach dem Job im Dunkeln gelaufen oder haben sich sogar nach der Nachtschicht extra einen Wecker gestellt“, schwärmt Salkic. Selbst Dario Lemke, der gar kein Handball mehr spielt, spulte über 100 Kilometer ab. Pferdesalbe oder Beinwickel gehörten bei manchem zum Equipment, um den Muskelkater zu vertreiben und wieder fit für den nächsten Lauf zu werden. „Das Ganze hat sich im positiven Sinn regelrecht hochgeschaukelt“, berichtet Adnan Salkic. Und die Challenge machte bald die Runde im Umfeld und in den sozialen Medien. Es bildeten sich regelrechte Fangruppen. Bei Instagram gab‘s über 200 Follower. Eltern, Freunde oder Freundinnen versorgten die Handballer unterwegs mit Getränken oder Müsliriegeln. „Das Feedback war überwältigend“, schwärmt der Trainer. Krönender Abschluss war dann der Sonntag. „Da kamen allein noch mal 200 Kilometer zusammen“, berichtet Salkic, denn die Teams wollten vor der zeitlichen Ziellinie um 15 Uhr nichts dem Zufall überlassen, schnürten deshalb noch einmal ihre Joggingschuhe, um sich den Challengesieg zu sichern. So flatterte das letzte Resultat erst zwei Minuten vor drei auf die App. Bei einer Videokonferenz wurde das Geheimnis schließlich gelüftet, wer wen zum Döner-Essen einladen muss. Entgegen ihrer eigenen Erwartungen hatten die „Jungen“ gegen „Alt“ mit 638,58 Kilometern gegenüber 734,33 das Nachsehen. „Die Jungs waren tatsächlich erst ein bisschen enttäuscht“, meinte Adnan Salkic. Aus seiner Sicht gibt es dafür allerdings keinen Grund: „Was die Jungs alle zusammen geleistet haben, ist einfach überragend und hätte ich mir nicht erträumen lassen“, betont der Coach. Der Lohn für alle TSV-Handballer: Eine Woche trainingsfrei, „bis ich mir eine neue Challenge überlegt haben“, so Salkic mit einem Schmunzeln. Auf die Frage, wie groß der Frust sei, dass die Saison frühestens ab Januar fortgesetzt wird, sagt der TSV-Coach: „Momentan gibt es einfach Wichtigeres als Handball. Und wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen“.

Quelle: BRV-Zeitung vom 11.11.2020

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